Benimmregeln für Ratten
A) Mahlzeiten
1. Fresse niemals aus deinem Futternapf, wenn du Essen vom Tisch klauen kannst.
2. Trinke niemals aus deiner Wasserschüssel, wenn irgendwo ein Glas Milch, Saft
o.ä. steht, aus dem du trinken kannst.
3. Wenn du das Geraschel des Futterbehälters hörst, hänge dich
an das Gitter deiner Wohnung und gebärde dich so, als ob du seit Wochen
nichts mehr zu fressen bekommen hast.
4. Sobald das Futter in der Schüssel ist, sollte es erst mal ignoriert werden.
Halte lieber Ausschau, ob es vielleicht noch mehr/besseres gibt
5. Du solltest dir unbedingt merken, wo du erbeutetes Essen versteckt hast.
Schimmlige Sachen im Sofa bekommen dir nicht, daher führe deinen Menschen
rechtzeitig zum geheimen Lagerplatz. Er wird ihn für dich ausräumen
und du kannst dir einen Neuen anlegen.
6. Für den wahren Ratten-Feinschmecker ist es ein MUß, Obst und Gemüse
mit Einstreu oder Sand aus der Kloecke zu panieren
7. Zerre regelmäßig an deiner Wasserflasche, bis sie runterfällt.
Wenn dein Mensch die Pfütze entdeckt, aufgewischt und die Flasche wieder aufgefüllt
hat, trink die nächsten Minuten so gierig, als wärst du durch seine Nachlässsigkeit
fast verdurstet.
8. Nüsse sind möglichst nachts zu knacken, da sind sie bekömmlicher
für den Rattenmagen
B) Gäste
1. Setze eine überraschte und verletzte Miene auf, wenn du beschimpft wirst,
weil du nach dem Essen auf dem Tisch zwischen dem Geschirr spazieren gehst.
Der Ausdruck sollte besagen: " Aber wenn kein Besuch da ist, darf ich das doch
auch!"
2. Wenn du eine Schulter zum Sitzen aussuchst, achte immer darauf, dass diese
auch einen guten Kontrast zu Deiner Fellfarbe abgibt. Beispiel: eine weiße Ratte
sollte sich immer auf dunkle Pullover/T-Shirts setzen.
3. Begleite Gäste immer zur Toilette und beobachte, ob sie auch alles richtig
machen.
4. Falls ein Gast sagen sollte, dass er Ratten liebe, behandle ihn mit hochmütigem
Stolz, hänge deine Krallen in sein zartes Nackenfleisch, beiße ihn in die Fußknöchel
oder wende eine Kombination der ausgeführten Möglichkeiten an.
5. Menschen zwängen sich oft in enge Kleidung.Sie wissen es- im Gegensatz
zu dir- nicht besser. Daher hilf ihnen und gestalte die Kleidung deines Menschen
um. Kleine Luftlöcher wirken sich positiv auf den Tragekomfort aller Kleidungsstücke
aus.
6.Ratten sind gute Gastgeber : Markiere Besucher unbedingt mit Urintröpfchen,
wenn du sie magst. Sie sollen sich schließlich willkommen fühlen.
7. Kommt ein Besucher in die Nähe der Leckerchen, fange an zu betteln und schau
dabei, als hättest du seit Wochen nichts Gutes mehr bekommen.
C) Käfig
1. Toleriere keine geschlossenen Türen. Um die Türen zu öffnen kann man entweder
daran nagen oder dagegen springen. Sobald die Tür geöffnet wird, darf man selbstverständlich
nicht durchgehen.
2. Nachdem Du befohlen hast, dass eine nach draußen führende Tür für Dich geöffnet
wird, stehe auf der Schwelle, halb innen und halb außen, und fange an, über
alles mögliche nachzudenken. Das ist vor allem wichtig, wenn es dein Mensch
eilig hat.
3. Bist du mit deinem zu Hause nicht einverstanden, ziehe alle Register deiner
Kunst : zernage die Wasserflasche, werde zum Bettnässer und vergiss nicht,
reichlich Porphyrin abzusondern.
4. Trage möglichst viel Essen in dein Schlafhäuschen. Große Stücke Knabberbrot
solltest du so lange gegen die zu kleine Tür knallen, bis du endlich ein Häuschen
mit ordentlich großem Eingang bekommst.
D) Putztag
1. Setze Dich niemals in den Waschkorb mit dreckiger Wäsche, sondern warte,
bis alles sauber ist und vielleicht gar warm vom Trockner. Dieses ist sehr wichtig,
vor allem bei Handtüchern.
2. Helfe stets beim Wäsche zusammenlegen. Zeige es den Leuten, wenn sie es Deiner
Meinung nach nicht richtig gemacht haben, indem Du die Wäsche rumziehst.
3. Helfe stets beim Putzen deiner Wohnung. Putzlappen und Schwämme müssen
angegriffen und gebissen werden, um sie gefügig zu machen.
4. Zeige deinem Menschen, wann es Zeit ist, daß du neue Einstreu haben
möchtest. Wenn er einmal nicht sofort merkt, daß das von dir bepieselte
Nistmaterial ausgetauscht werden muß, stopfe es durch die Gitterstäbe. Du bekommst
so ganz schnell Neues.
E) Zusammenleben mit Menschen
1. Als allgemeine Regel gilt, dass man immer an dem Menschen hochklettert, der
beschäftigt ist und nicht an dem, der im Moment nichts tut.
2. Liest einer deiner Menschen ein Buch oder eine Zeitung, versuche immer, dich
darauf zu setzen. Wenn das nicht möglich ist, so setze dich zwischen Buch und
Gesicht.
3. Falls dein Mensch strickt, setze dich ganz brav auf seinen Schoß. Vergiss
aber nicht, ab und zu die Stricknadeln anzugreifen.
4. Wenn dein Mensch beim Briefeschreiben oder ähnlichem ist, setze dich immer
auf die Papiere, auf denen er gerade schreibt. Pass gut auf, ob vielleicht mit
Tinte geschrieben wird. Sobald du noch feuchte Tinte auf Papier siehst, setze
dich drauf. Nach dem zweiten Hinunterheben musst du anfangen Kugelschreiber
und Bleistifte vom Tisch zu werfen, aber einzeln bitte.
5. Richtig interessant sind Computer. Warte, bis das Telefon klingelt und der
Mensch den Computer verlässt und spiele "Ratte auf der Tastatur". Du wirst staunen,
was du alles auf dem Bildschirm sehen kannst.
6. Denke daran, dass eine erfolgreiche Ratte immer gut ausgeruht ist; schlafe
deshalb fast den ganzen Tag damit Du nachts um 3 Uhr fit bist, um mit deinen
Freunden in deinem Heim Bergsteigen oder Fangen zu spielen.
7. Lecke deinen Menschen öfter mal ab. Er wird das als Kompliment betrachten,
obwohl er- wie wir ja alle wissen- einfach nur gut schmeckt
8. Vermeide unbedingt, daß es auf deinem Menschen zu einem "Unfall"
kommt. Rattenrosinen im Haar oder Pieselkaskaden den Rücken herunter schaffen
schlechte Laune bei deinem Menschen. Du wirst kein Gute-Nacht-Leckerchen bekommen.
9. Eine wohlerzogene Ratte beißt kräftig in Fremdkörper, die sich am Menschen
festgesetzt haben und die dieser anscheinend nicht selbst los wird. Man zerre
an den bösen Pflasterparasiten bis sie abgehen.
10. Falls dein Mensch dir im Auslauf Rosinen gibt, schleppe sie aus dem Napf
und verteile sie auf dem Teppich. Beobachte den interessanten Gesichtsausdruck,
den dein Mensch hat, wenn er all die "Köttel" bemerkt.
11. Eine wohlerzogene Ratte sorgt dafür, daß ihr Mensch auch von
innen sauber bleibt: Steck deine Nase möglichst tief in alle Öffnungen,
die du an deinem Menschen findest (Nase, Ohren) und niese laut und feucht. So
wird der Mensch auch von innen geduscht. Er wird es dir mit einem erfreuten
quietschen danken.
12. Solltest du nicht genug Auslauf haben, quieke und schreie beim Einfangen.
Wenn du Glück hast, klingeln die Nachbarn weil sie denken, dein Mensch mißhandelt
ein Kind.
13. Menschen sind oft nachlässig ihren Pflanzen gegenüber. Also ist
es deine Aufgabe, dich um die Topfpflanzen in der Wohnung zu kümmern. Grabe
die Erde gut um.
14. Menschen haben einen schlechten Geschmack und keine Ahnung von Innenarchitektur.
Hilf ihnen, das Renovieren vorzubereiten und zieh schon mal die Tapete von der
Wand.
15. Solltest du mal in einen Köttel treten, tu so als wäre nichts geschehen
und laufe einfach weiter. Sollte dein Mensch versuchen, deinen Fuß abzuwischen,
darfst du zappeln und quieken. Über so ein Mißgeschick muß man einfach
hinwegsehen können.
16. Wenn du auf der nackten Schulter deines Menschen sitzt, laß dir die Gelegenheit
für einen Spaß nicht entgehen und rutsche seinen Rücken hinunter.
17. Sollte sich dein Mensch beim Auslauf zu wenig mit dir und stattdessen mit
deinen Freunden beschäftigen, schleich dich an und kneife ihn plötzlich in die
Zehen. Schon hast du seine ungeteilte Aufmerksamkeit.
18. Menschen sitzen zu viel herum. Daher ist es deine Aufgabe, ihnen Bewegung
zu verschaffen. Spring im Auslauf möglichst auf das Absperrbrett. Wenn dein
Mensch dich herunternimmt und wieder in den Auslauf setzt, zeige ihm wie du
dich über seine Aufmerksamkeit freust und spring gleich wieder hinauf. So habt
ihr stundenlang Spaß zusammen.
19.Eine ordentliche Ratte trägt zumindest das Buchzeichen weg, wenn sie
schon nicht auf dem Buch sitzen darf.
F) Zusammenleben mit anderen Ratten
1. Nachts ist die beste Zeit für sportliche Aktivitäten. Raufe, wrestle
und ringe nachts mit deinen Käfiggenossen. Dein Mensch freut sich über lautes
trappeln und quieken.- Sollte er das Licht anmachen, schaut ihn alle mit großen
Augen an als wäre nichts gewesen.
2. Entwickle eine Methode, sofort rattig zu werden, wenn du es schaffst, einem
Kerl zu begegnen. Falls einer unbeobachtet Auslauf hat, tu alles um aus dem
K äfig zu entkommen. Merke: alle Menschen lieben Rattenbabies, sie geben es
nur nicht zu.
3. Sollte der Futternapf groß genug sein, kann man prima drin schlafen. Falls
deine Mit-Ratten das nicht mögen, quiek diese intoleranten Kerle laut an