Ein guter TA ...

... ist Gold wert. (Leider wissen die Ärzte das auch oft >g<)
Ich bin von meiner TA recht begeistert, und daher möchte ich sie auch unbedingt auf meiner HP erwähnt wissen.Sie ist ein gutes Beispiel wie ein Arzt zu sein hat: Nicht nur, daß er Ahnung haben muß von dem zu behandelnden Tier, auch das persönliche muß stimmen.Die richtige Mischung von Mitgefühl, Distanz, Diskretion und der Fähigkeit, die richtigen Worte zum richtigen Zeitpunkt zu finden sind sehr wichtig. Da ich das bei Dr. Brand gefunden habe, möchte ich ihr hier diesen mal für eine Rattenzeitung geschriebenen Artikel widmen und ihr meinen Dank aussprechen.

Die Visitenkarte einer jeden Praxis ist die Helferin. Wenn man in Sorge um sein Tier ist und manchmal im Notfall vor Hilflosigkeit und Angst ziemlich kopflos ist, dann kann so ein mitfühlendes Wesen einen doch schon etwas beruhigen. Sie ist im Idealfall der Arzt für die Seele des Patientenbesitzers. Sei es am Telefon oder in der Praxis, sei es mit einer netten Bemerkung beim Empfang oder auch mal nur einem Blick. Zur Nachbetreuung von meinen operierten Ratzen ist mir inzwischen sehr wichtig geworden, daß "Daniela" da ist. Ich bezweifle nicht, daß die anderen Helferinnen die gleiche Arbeit verrichten, aber irgendwie versteht sie es, mir zu vermitteln,daß die an meinen Tieren interessiert ist, und so habe ich einfach bei ihr ein besseres Gefühl.

Nun zur TA selber. In einer langen Odyssee von einem TA zum anderen habe ich feststellen müssen, daß sich die medizinische Ausbildung nicht bzw. kaum mit Kleintieren befasst, und daß alles Wissen darüber privatem Engagement und Fortbildungen entspringt. Wenn man dann jemanden findet, der auch noch Erfahrungen mit Ratten sammeln konnte, ist man schon einen großen Schritt weiter. Ein guter TA betrachtet sich meiner Meinung nach nie als fertig ausgebildet und ist immer Anregungen offen. So fand ich es z.B sehr interessant, mit Dr. Brand über das Ratten- Gesundheits-Büchlein des amerikanischen Vereins zu diskutieren und Vergleiche anzustellen.
Damit komme ich dann zum nächsten wichtigen Punkt.: ein TA sollte sich für einen Laien verständlich ausdrücken und bei Behandlungen seine Aktionen erklären. Dem Wissensstand des Patientenbestitzers entsprechend sollte ein TA auch Hilfe zur Selbsthilfe geben, seien es Tricks zum besseren handling des Tieres, dem Medikamenten- mitgeben (bei soundsoviel g Ratte soundsoviel Medizin geben) oder ihn evtl. sogar die Diagnosemethode lehren . Des weiteren erwarte (und bekomme) ich von meiner Ärztin, daß sie mir sagt, wenn sie etwas noch nicht selbst ausprobiert hat, an einem anderen Tier(aber nicht an Ratten) gute Erfolge mit etwas hatte oder wenn alternative Behandlungsmöglichkeiten bestehen.
Leider ist es ja so, daß wir oftmals auch eine unserer Ratten operieren lassen müssen. Ob Gas- oder Injektionsnarkose verwendet werden soll, wird immer wieder heiß diskutiert. Meine TA verwendet die Spritzenmethode mit Supererfolg: sie spritzt nicht gleich die ganze aufs Rattengewicht abgestimmte Menge des Narkotikums, sondern erst einen Teil und guckt dann, wie die Ratte darauf reagiert. Es kommt öfter vor, daß ein Bruchteil der Menge genügt und die volle Dosis das Tier umgebracht hätte. Von den 28 bei ihr operierten Ratten sind nur 5 gestorben und auch bei diesen war es 2x vorher schon höchst wahrscheinlich, daß sie es nicht schaffen (mußte aber versucht werden, es gab keine Alternative) ,bei Einer stellte sich hinterher eine Krankheit heraus, die das OP-Risiko immens erhöht hatte, aber nicht erkennbar gewesen war, und bei Nr. 4+5 ist die Todesursache ungeklärt.
Auch die Nachsorge nach einer OP ist wichtig, und hier kommt wieder die Helferin ins Spiel. Sie muß darauf achten, daß der Ratz es warm hat, daß die Augen feucht gehalten werden usw.
Eine unerlässliche Einrichtung ist ein Raum, in dem man sich ungestört von seinem Tier verabschieden kann. Ich könnte mir kaum Schlimmeres vorstellen, wenn ich mit einem Ratz zum Töten komme, er die Narkosespritze bekäme und ich deren Wirkung tränenüberströmt im Wartezimmer zwischen den vielen Menschen abwarten müßte. Genauso, wie ich möchte, daß sich bei einer normalen Behandlung Zeit genommen wird für das Tier und für all meine Fragen, so brauche ich das auch beim Abschied nehmen. Da ich andererseits aber auch nicht den Betriebsablauf stören will, ist es für alle Seiten von Vorteil, wenn ich mich in einen seperaten Raum zurückziehen kann.
Ein weiterer wichtiger Anspruch an meine TA ist die Erreichbarkeit außerhalb der Sprechstunde. Erfahrungsgemäß suchen sich Ratten sehr häufig die späten Abendstunden oder das Wochenende aus, wenn sie sich verletzen oder ihre Atemnot sehr schlimm wird, oder... und dann muß schnell gehandelt werden. Obwohl ich inzwischen eine kleine Hausapotheke für die Ratten hier habe und einiges selbst behandele, muß ich doch ab und an zu "unchristlichen Zeiten" anrufen. Zum Glück habe ich die (nicht an jedermann verteilte) Handynummer meiner TA, und es ist mir eine Ehrensache, diese nicht ohne wirklichen Notfall zu benutzen.